Österreichisches Modell für Digitale Kompetenzen - DigComp 3.0 AT
Struktur des Kompetenzmodells
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5
Kompetenzbereiche
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21
Teilkompetenzen
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8
Kompetenzstufen
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522
Lernergebnisse
Kompetenzbereiche
Das österreichische Modell DigComp 3.0 AT gibt einen Überblick über digitale Kompetenzen. Dazu unterteilt es sich in Kompetenzbereiche, die sich an jenen des EU-Modells orientieren.
Der Kompetenzbereich 1 umfasst das Formulieren von Informationsanforderungen sowie das Suchen, Finden und Abrufen digitaler Daten, Informationen und Inhalte. Das Speichern, Verwalten, Organisieren und Analysieren von digitalen Informationen ist hier ebenso enthalten wie das kritische Bewerten von digitalen Quellen, Daten, Inhalten und die zu ihrer Erstellung verwendeten Verfahren.
Im Kompetenzbereich 2 stehen respektvolle und angemessene Kommunikation in digitalen Umgebungen sowie Interaktion, Teilen von Inhalten und Zusammenarbeit im Mittelpunkt – stets unter Berücksichtigung verschiedener Diversitätsaspekte. Mit Hilfe von digitalen Technologien an der Gesellschaft teilzunehmen, Rechte wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen ist ebenso enthalten wie die Gestaltung der eigenen digitale Präsenz, Identität und Reputation.
Der Kompetenzbereich 3 bezieht sich auf das Erstellen digitaler Inhalte und Objekte, das Bearbeiten sowie Verbessern von Informationen und Inhalten und deren Integration in bestehende Wissensbestände. Ebenfalls enthalten sind die Anwendung von Urheberrecht und Lizenzen, sowie ein verantwortungsvoller und ethisch reflektierter Umgang mit digitalen Inhalten und Objekten. Außerdem umfasst der Bereich Informatisches Denken und das Einsetzen von Programmiertechniken, um digitalen Systemen Anweisungen zu geben.
Der Kompetenzbereich 4 beinhaltet den Schutz von Geräten, Inhalten, personenbezogenen Daten und der Privatsphäre in digitalen Umgebungen. Der Bereich fokussiert außerdem auf die Förderung des körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und berücksichtigt Vorteile und Risiken digitaler Technologien für das Wohlbefinden und die soziale Teilhabe. Weitere Aspekte in diesem Kompetenzbereich sind das Verständnis von Umweltauswirkungen digitaler Technologien und deren Nutzung, das Ergreifen von Maßnahmen zu ihrer Verringerung und das Einsetzen von digitalen Technologien zur Förderung der Nachhaltigkeit.
Der Kompetenzbereich 5 umfasst das Erkennen und Bewerten von Bedürfnissen sowie den gezielten Einsatz und die Anpassung digitaler Technologien und Umgebungen, um diesen gerecht zu werden. Der Bereich beinhaltet das Identifizieren und Lösen technischer und konzeptioneller Probleme sowie das Nutzen digitaler Technologien zur Optimierung von Prozessen und Produkten oder zur Entwicklung neuer Lösungen. Auch der Aufbau von Fähigkeiten, um in digitalen Umgebungen selbstständig zu agieren, und über Entwicklungen digitaler Technologien informiert zu bleiben, ist Teil dieses Kompetenzbereiches.
Einzelkompetenzen
Die fünf Kompetenzbereiche sind in insgesamt 21 Einzelkompetenzen unterteilt:
Kompetenzstufen
Die fünf Kompetenzbereiche und 21 Einzelkompetenzen strukturieren das Feld der Digitalen Kompetenzen in seiner Breite; die Ausprägung, also die Tiefe der jeweiligen Kompetenz wird durch insgesamt acht Kompetenzstufen beschrieben.
Jeder der fünf Kompetenzbereiche wird in acht Kompetenzstufen aufgefächert. Am Beispiel des Kompetenzbereich 3 - Gestaltung von digitalen Inhalten und Objekten sieht dies folgendermaßen aus:
Zusätzlich zu dieser achtstufigen Struktur wird im europäischen DigComp 3.0 Modell eine vierstufige Unterteilung als Referenzstruktur eingeführt. Sie wird durch die Zusammenfassung von jeweils zwei Kompetenzstufen erreicht. Im Folgenden finden Sie die Beschreibungen für das vier- sowie achtstufige System:
Eine Person erkennt einfache Aufgaben und führt diese aus (unter Anleitung bei Bedarf).
1. Aufgaben angeleitet ausführen
Eine Person verfügt über elementares Basiswissen sowie grundlegende Fertigkeiten und kann mit direkter Anleitung erste einfache Aufgaben erfüllen.
2. Erste Selbstständigkeit zeigen
Eine Person erinnert sich an einfache Aufgaben und führt diese mit wenig oder ohne Anleitung aus.
Eine Person identifiziert klar definierte Aufgaben, setzt diese selbstständig um und löst klar definierte Probleme eigenständig.
3. Tätigkeiten selbstständig ausführen
Eine Person zeigt ein gewisses Maß an Selbstständigkeit in der Identifikation von klar definierten Aufgaben, in der Umsetzung sowie in der Lösung klar definierter Probleme.
4. Aufgaben souverän bewältigen
Eine Person identifiziert klar definierte Aufgaben, bearbeitet diese souverän und selbständig und löst klar definierte Probleme.
Eine Person prüft Lösungen und wendet diese auf eine Vielzahl komplexer Aufgaben selbstständig an. Sie passt ihr Vorgehen unterschiedlichen Rahmenbedingungen an, um Aufgaben angemessen zu bewerten und auszuführen. Sie leitet andere bei Bedarf an.
5. Lösungen anpassen und andere anleiten
Eine Person prüft und wendet Lösungen auf eine Vielzahl klar definierter Aufgaben an und bearbeitet teilweise komplexe Aufgaben. Sie identifiziert Situationen, in denen Vorgehensweisen angepasst werden müssen, und leitet andere bei klar definierten Aufgaben bei Bedarf an.
6. Komplexe Projekte steuern und andere begleiten
Eine Person bearbeitet souverän eine Vielzahl komplexer Aufgaben und reagiert effektiv auf Herausforderungen unter verändernden Rahmenbedingungen. Sie leitet oder steuert komplexe Projekte und leitet andere bei komplexen Aufgaben bei Bedarf an.
Eine Person analysiert, bewertet und löst hochkomplexe oder spezialisierte Probleme, um neue Lösungen zu entwickeln oder bestehende Lösungen zu adaptieren. Sie führen und leiten andere bei Bedarf an.
7. Neue Lösungen entwickeln
Eine Person analysiert hochkomplexe oder spezialisierte Probleme und trägt zur Entwicklung neuer Lösungen bei oder passt bestehende Lösungen an. Sie leitet und begleitet andere bei Bedarf.
8. Strategisch leiten und begleiten
Eine Person leitet und begleitet andere bei der Entwicklung von Lösungen für hochkomplexe oder spezialisierte Probleme.
Lernergebnisse
Das österreichische DigComp-Modell erhält mit der neuen Version DigComp 3.0 AT ein neues Strukturelement: Mit über 500 ausformulierten Lernergebnissen werden die Kompetenzbereiche und Einzelkompetenzen inhaltlich präzisiert und ermöglichen eine einfache Operationalisierung des Kompetenzmodells in die Bildungsarbeit.
Über die Ebene der Lernergebnisse werden auch KI-Kompetenzen sichtbar gemacht:
- Explizite KI-Lernergebnisse: beziehen sich direkt auf den Umgang mit künstlicher Intelligenz
- Implizite KI-Lernergebnisse: beziehen sich auf allgemeine digitale Kompetenzen, die für den kompetenten Umgang mit künstlicher Intelligenz nötig sind
- Lernergebnisse ohne KI-Bezug
Die Lernergebnisse stehen auch als filterbare Excel-Datei zum Download zur Verfügung.